MailWerk oder Make (ehemals Integromat)? Der ehrliche Vergleich

Von Thomas Postler, Geschäftsführer PSE GmbH · Veröffentlicht 01.08.2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Make — vielen noch als Integromat bekannt — ist so etwas wie das Schweizer Taschenmesser der Automatisierung: Auf einer visuellen Leinwand verbindest du Module zu Szenarien, mit Routern, Filtern, Iteratoren und Fehlerpfaden. Wer gern baut, kann damit fast alles bauen. Genau da liegt aber auch der Unterschied zu MailWerk: Bei uns musst du nichts bauen — die E-Mail-Automatisierung ist das fertige Produkt. Der ehrliche Vergleich.

Wo Make stark ist

Zwei Dinge muss man Make lassen: Es ist deutlich günstiger als viele US-Konkurrenten und mit Sitz in der EU auch datenschutzrechtlich besser aufgestellt als so mancher Mitbewerber. Und der visuelle Szenario-Editor ist mächtig — verschachtelte Logik, Datentransformationen, HTTP-Aufrufe gegen beliebige APIs. Es gibt sogar ein generisches E-Mail-Modul mit IMAP-Unterstützung. Wer eine individuelle Integrationsstrecke zwischen mehreren Systemen braucht und Freude am Modellieren hat, ist bei Make gut aufgehoben.

Der Unterschied: Baukasten oder fertiges Werkzeug

Ein Postfach zuverlässig zu automatisieren klingt einfach — bis man die Details aufzählt, die ein Szenario-Baukasten dir überlässt:

  • Schleifenschutz: Deine automatische Antwort trifft auf die automatische Antwort des Empfängers — und beide schaukeln sich hoch. In Make musst du solche Schutzmechanismen selbst modellieren. MailWerk markiert eigene Mails per Header, antwortet nie auf automatische Absender und deckelt Aktionen je Mail — ab Werk.
  • Idempotenz: Was passiert, wenn das Szenario mittendrin abbricht und neu startet? Wird die Mail dann doppelt weitergeleitet? MailWerk stellt per Datenbank-Konstruktion sicher, dass jede Aktion je Mail genau einmal läuft — das ist bei uns Architektur, kein Filter, den man vergessen kann.
  • Nachvollziehbarkeit: Make zeigt Ausführungs-Logs je Szenario — technisch, für den Bauherrn. MailWerk schreibt einen Tagesbericht in Alltagssprache: welche Regel wann welche Mail verarbeitet hat, wohin jede Datei gespeichert wurde und wie viel Arbeitszeit das gespart hat.
  • Fertige Mail-Funktionen: Abwesenheitsagent (genau eine Antwort je Absender), E-Mail-Vorlagen mit Platzhaltern, Thread-Erkennung, Kanban und Prozesse aus Mails, Postfach-Umzug beim Hoster-Wechsel — alles Dinge, die du in Make entweder gar nicht oder nur mit erheblichem Bauaufwand bekommst.

Preismodell: Operations vs. Planbarkeit

Make rechnet nach Operations ab: Jeder Modulschritt in jedem Szenariolauf verbraucht welche — auch das regelmäßige Nachschauen, ob neue Mails da sind, wenn gar nichts ankommt. Ein mehrstufiges Mail-Szenario mit häufigem Polling läppert sich; wächst das Mail-Aufkommen, wächst die Rechnung mit. MailWerk fragt deine Postfächer in kurzen Intervallen ab (auf Wunsch alle 15 Sekunden), ohne dass dich das einen Cent mehr kostet — die Kontingente richten sich nach Postfächern, Regeln und Speicher, nicht nach der Zahl der Vorgänge.

Cloud-Ablage: WebDAV gehört bei uns zum Kern

Die beliebteste MailWerk-Aktion ist das automatische Speichern von Anhängen — nach NextCloud, OwnCloud, Dropbox oder OneDrive, mit variablen Pfaden wie Rechnungen/%%JAHR%%/%%MONAT%%, sprechenden Dateinamen und einem Fallback-Ordner, falls das Ziel mal nicht erreichbar ist. Gerade NextCloud und OwnCloud — in deutschen Unternehmen weit verbreitet — sind bei den großen Plattformen stiefmütterlich versorgt; bei MailWerk sind sie erste Klasse, inklusive Ordner-Baum-Auswahl direkt im Regeleditor.

Wer soll es bedienen?

Die entscheidende Frage ist oft nicht, was das Werkzeug kann, sondern wer es im Alltag pflegt. Ein Make-Szenario versteht der Kollege, der es gebaut hat. Eine MailWerk-Regel liest sich als deutscher Satz — „Wenn der Betreff Rechnung enthält, dann speichere die Anhänge in NextCloud und verschiebe die Mail" — und der Regeltest zeigt vor dem Scharfschalten, was an einer echten Mail passieren würde. Das kann auch die Buchhaltung ohne IT-Ticket ändern.

Ehrliches Fazit

  • Nimm Make, wenn du individuelle Integrationsstrecken über viele Systeme hinweg bauen willst und jemanden hast, der solche Szenarien pflegt.
  • Nimm MailWerk, wenn du eine fertige, robuste E-Mail-Automatisierung willst, die dein Team selbst bedienen kann — mit deutschem Hosting, eingebautem Schleifenschutz und Funktionen wie Abwesenheitsagent und Postfach-Umzug, die kein Baukasten mitbringt.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen MailWerk und Make?

Make ist ein Baukasten für beliebige App-Verknüpfungen, MailWerk ein fertiger Mail-Automation-Server: Postfach verbinden, Klartext-Regel anlegen, fertig — Schleifenschutz und Protokoll inklusive.

Kann Make IMAP-Postfächer verarbeiten?

Ja — der Unterschied liegt in der Tiefe: Abwesenheitsagent, Regeltest, Thread-Erkennung, Postfach-Umzug und Tagesberichte musst du in Make selbst modellieren, in MailWerk sind sie fertig.

Was bedeutet das Operations-Preismodell in der Praxis?

Jeder Modulschritt verbraucht Operations — auch Prüfläufe ohne Treffer. MailWerk rechnet nicht je Vorgang ab; die Regeln laufen unabhängig vom Mail-Aufkommen.

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Über den Autor

Thomas Postler ist Geschäftsführer der PSE GmbH (Eckental, Amtsgericht Fürth, HRB 15084) und verantwortet die Entwicklung von MailWerk. Der Vergleich beruht auf öffentlich dokumentierten Funktionen und Preismodellen beider Produkte (Stand August 2026) — Korrekturen nehmen wir gern entgegen: Sprich uns direkt an.

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